Steinschlag, Sturzfluten und eine Unfallbilanz, die von den örtlichen Behörden nicht mehr tragbar war, zwangen das Cabildo de Tenerife dazu, die Schlucht für den gesamten Verkehr zu sperren. Sie blieb über drei Jahre lang geschlossen.
Die Wiedereröffnung veränderte den Charakter des Ortes. Wo Wanderer einst zu Tausenden unkontrolliert durchliefen, unterliegt die Masca-Schluchtenwanderung heute einem limitierten Genehmigungssystem. Helme werden am Eingang ausgegeben und ein obligatorisches Shuttleboot verbindet den Schluchtausgang am Playa de Masca mit Los Gigantes. Die Schlucht liegt innerhalb des Landschaftsparks Teno (Parque Rural de Teno), einem geschützten Massiv mit einigen der ältesten freiliegenden Gesteinsformationen Teneriffas – basaltische Ströme, die etwa sieben Millionen Jahre alt sind und den Teide selbst um mehrere Millionen Jahre überdauern. Die Schlucht schneidet sich etwa 600 Meter tief durch diese Schichten bis zum Meer, wobei ihre Wände sich stellenweise zu einem Korridor verengen, der kaum breit genug für zwei Personen nebeneinander ist.
Der Weiler am oberen Ende des Weges ist ebenso bedeutend wie der Abstieg. Das Dorf Masca hatte bis 1991 keine asphaltierte Straße; davor kam alles über Maultierpfade. Seine terrassierten Grundstücke, Trockenmauern und Häuser mit Schilfdächern überlebten, weil die Isolation sie bewahrte. Guanchen-Siedlungen in der Region Teno sind durch Grabhöhlen und Felsschutzdächer in den umliegenden Barrancos dokumentiert, und die Schlucht fungierte jahrhundertelang eher als Arbeitsweg zum Wasser denn als Freizeitpfad.
Was Wanderer heute anzieht, ist nicht nur die landschaftliche Schönheit, sondern vor allem die Geologie. Die Masca-Schluchtenwanderung führt durch phonolitische Gesteinsgänge, wasserpolierte Rinnen und endemische Vegetation – Kanaren-Hauswurz, Wolfsmilch (Tabaiba) und Kandelaber-Wolfsmilch (Cardón), die an fast senkrechten Wänden klammern. Wanderfalken nisten in den oberen Klippen. Der Masca-Schluchtenweg endet abrupt an einem Kieselstrand, der von den Steilküsten von Los Gigantes gesäumt wird. Diese ragen bis zu 600 Meter in die Höhe und waren den frühen Inselbewohnern als Mauern der Hölle bekannt.
Die Regulierung ist zum bestimmenden Merkmal geworden. Eine Genehmigung für die Masca-Schluchtenwanderung wird pro Person und Zeitfenster ausgestellt und kostet für Nicht-Ansässige 28 EUR als Zugangsticket, wobei die obligatorische Transportgebühr nicht enthalten ist. Der Zugang ist nur freitags, samstags und sonntags von 07:00 bis 14:00 Uhr möglich; von Montag bis Donnerstag bleibt die Schlucht aus Naturschutz- und Wartungsgründen geschlossen. Individuelle Wanderer und organisierte Masca-Schluchten-Touren unterliegen identischen Regeln; es gibt keine getrennte Warteschlange und keinen informellen Zugang.
Das Ergebnis ist eine Landschaft, die eher wie ein verwaltetes Naturgut als wie eine Touristenattraktion wirkt. Weniger Stiefel, weniger Rettungseinsätze und ein Schluchtenboden, auf dem sich die Vegetation, die durch zwei Jahrzehnte unregulierten Fußgängerverkehrs zerstört wurde, langsam wieder erholt.